Speicherverschlüsselung
Daten und Modell liegen im Arbeitsspeicher nur verschlüsselt vor; die Entschlüsselung erfolgt ausschließlich im Prozessor.
schwerpunkt · daten auch während der verarbeitung schützen
Daten werden heute verschlüsselt gespeichert und verschlüsselt übertragen. In dem Moment, in dem ein KI-Modell sie verarbeitet, liegen sie jedoch im Klartext im Arbeitsspeicher — für Betreiber, Administratoren und Angreifer mit Systemzugriff einsehbar. Confidential Computing schließt diese Lücke: Die Verarbeitung findet in einer hardwaregeschützten Umgebung statt, deren Zustand sich kryptografisch nachweisen lässt.
Klassische Sicherheitsarchitekturen schützen Daten „at rest" (Festplatte, Datenbank) und „in transit" (Netzwerk). Der dritte Zustand — „in use", also während der Berechnung — blieb lange ungeschützt. Wer die Infrastruktur kontrolliert, kann im Prinzip mitlesen: der Cloud-Anbieter, ein Administrator, ein kompromittiertes Betriebssystem.
Für KI ist das besonders relevant, weil Modelle große Mengen an Kontext auf einmal verarbeiten: Verträge, Patientendaten, Konstruktionsunterlagen, Personalakten. Genau die Daten, die niemand außer dem Unternehmen selbst sehen soll.
Moderne Prozessoren und zunehmend auch GPUs bieten geschützte Ausführungsumgebungen (Trusted Execution Environments, TEE). Code und Daten laufen darin in einem verschlüsselten Speicherbereich, den weder das Betriebssystem noch der Hypervisor noch der Betreiber einsehen kann. Bevor Daten in eine solche Umgebung geladen werden, weist sie per Attestierung nach, dass sie die erwartete Hardware, Konfiguration und Software ausführt.
Daten und Modell liegen im Arbeitsspeicher nur verschlüsselt vor; die Entschlüsselung erfolgt ausschließlich im Prozessor.
Betriebssystem, Hypervisor und Betreiber haben keinen Zugriff auf den Inhalt der geschützten Umgebung.
Ein kryptografischer Nachweis belegt vor der Datenübergabe, welcher Code auf welcher Hardware läuft.
Aktuelle Beschleuniger erweitern den Schutz auf die KI-Inferenz selbst, nicht nur auf die Vorverarbeitung.
Nicht jeder Use Case braucht diesen Schutz. Sinnvoll wird er, wenn Daten so sensibel sind, dass externe Verarbeitung bisher ausgeschlossen war — oder wenn mehrere Parteien Daten zusammenführen wollen, ohne sie einander offenzulegen.
Confidential Computing ersetzt keine Rechtsgrundlage und keinen Auftragsverarbeitungsvertrag. Es ist eine technische und organisatorische Maßnahme im Sinne der DSGVO, die das Risiko einer Verarbeitung deutlich senkt — und damit Verarbeitungen ermöglichen kann, die sonst abgelehnt würden. Für ISO 27001, TISAX und BSI-Grundschutz liefert die Attestierung belastbare Nachweise. Die Bewertung nehmen wir gemeinsam mit deinem Datenschutzbeauftragten und deiner Kanzlei vor.
Confidential Computing schützt vor Zugriff durch Infrastrukturbetreiber und Systemebene — nicht vor fehlerhaftem Anwendungscode, unsicheren Schnittstellen oder Fehlkonfiguration. Es kostet Rechenleistung, schränkt die Auswahl an Hardware und Anbietern ein und erfordert Know-how für Attestierung und Schlüsselverwaltung. Ob sich der Einsatz lohnt, rechnen wir je Use Case mit dem Sellium TCO-Modell gegen die Alternativen: On-Premise-Betrieb, konventionelle Cloud mit vertraglichen Zusicherungen oder Verzicht auf den Use Case.
privacy first ai
Anbieterversprechen sind Vertragsklauseln. Attestierung ist ein kryptografischer Beweis. Für Unternehmen, deren Geschäft auf Vertraulichkeit beruht, ist das der Unterschied zwischen „darf nicht" und „kann sicher".
Der Zustand der Ausführungsumgebung wird vor jeder Datenübergabe geprüft und protokolliert.
Wir bewerten TEE-Angebote von Cloud-Anbietern, Rechenzentren und On-Premise-Hardware nach denselben Kriterien.
Confidential Computing ist ein Baustein der KI-Architektur — abgestimmt mit Datenaufbereitung, Modellwahl und Governance.
ablauf
Vom Schutzbedarf zur attestierten Verarbeitung.
Welche Daten, welche Use Cases, welche Bedrohungen: Bewertung mit Datenschutz und IT-Sicherheit.
Zielarchitektur mit TEE-Komponenten, Schlüsselverwaltung und Attestierungsfluss; TCO-Vergleich der Varianten.
Umsetzung eines Use Cases in der geschützten Umgebung; Attestierung, Protokollierung und Prüfung der Nachweise.
Regelbetrieb mit Monitoring, Dokumentation für Audits und Datenschutz, Ausbau auf weitere Use Cases.
kontakt
Gern sind wir rund um das Thema KI für dich da. Wir melden uns umgehend bei dir.
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