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schwerpunkt · pflichten für online-dienste

Digital Services Act: Was Unternehmen umsetzen müssen

Der Digital Services Act regelt seit Februar 2024 EU-weit die Pflichten von Online-Vermittlungsdiensten — vom Hosting-Anbieter bis zum Marktplatz. Betroffen sind nicht nur große Plattformen: Wer nutzergenerierte Inhalte hostet, einen Online-Marktplatz betreibt oder Bewertungen und Kommentare zulässt, hat Pflichten. Wir helfen bei der Einordnung und bei der Umsetzung — mit KI, wo sie Aufwand senkt.

Wer unter den DSA fällt

Der DSA gilt für Vermittlungsdienste, die Nutzern in der EU angeboten werden — unabhängig vom Sitz des Anbieters. Die Pflichten sind gestuft: Reine Durchleitung und Caching haben die geringsten, Hosting-Dienste mehr, Online-Plattformen noch mehr; für sehr große Plattformen und Suchmaschinen gelten zusätzliche Regeln.

Für den Mittelstand relevant sind vor allem zwei Kategorien: Hosting-Dienste (Inhalte Dritter werden gespeichert) und Online-Plattformen (Inhalte Dritter werden öffentlich verbreitet — Marktplätze, Foren, Bewertungsportale, Community-Funktionen). Kleinst- und Kleinunternehmen sind von einigen Plattformpflichten ausgenommen, nicht aber von den Grundpflichten.

Die wichtigsten Pflichten im Überblick

Je nach Einstufung gelten unter anderem:

Kontaktstellen

Zentrale Anlaufstelle für Behörden und für Nutzer, klar auffindbar.

Nutzungsbedingungen

Verständliche Regeln zur Moderation, inklusive Hinweisen auf eingesetzte automatisierte Verfahren.

Melde- und Abhilfeverfahren

Nutzer können rechtswidrige Inhalte melden; Meldungen werden nachvollziehbar bearbeitet und beantwortet.

Begründungspflicht

Wer Inhalte entfernt oder Konten sperrt, muss den Betroffenen begründen und auf Beschwerdewege hinweisen.

Beschwerdemanagement

Internes Beschwerdesystem für Plattformnutzer; Zugang zu außergerichtlicher Streitbeilegung.

Transparenzberichte

Regelmäßige Berichte über Moderationsmaßnahmen, Meldungen und automatisierte Entscheidungen.

Besondere Regeln für Marktplätze und Werbung

Online-Marktplätze müssen gewerbliche Anbieter vor Zulassung identifizieren (Know Your Business Customer), die Informationen prüfen und Verbraucher informieren, wenn sie von rechtswidrigen Angeboten erfahren. Für Werbung gilt: Anzeigen müssen als solche erkennbar sein, inklusive Angabe des Werbenden und der wesentlichen Parameter der Ausspielung. Profiling-basierte Werbung gegenüber Minderjährigen und auf Basis sensibler Daten ist untersagt. Dark Patterns in der Gestaltung sind verboten.

Wo KI die Umsetzung erleichtert

Viele DSA-Pflichten sind Prozesse mit hohem Volumen: Meldungen entgegennehmen, Inhalte sichten, Entscheidungen begründen, Berichte erstellen. Hier senkt KI den Aufwand deutlich — unter zwei Bedingungen: Der Mensch behält die Entscheidung in strittigen Fällen, und der Einsatz automatisierter Verfahren wird in den Nutzungsbedingungen und Transparenzberichten offengelegt, wie der DSA es verlangt.

  • Vorklassifikation gemeldeter Inhalte und Priorisierung nach Dringlichkeit
  • Entwürfe für Begründungen mit Verweis auf die verletzte Regel
  • Erkennung von Mustern (Wiederholungstäter, koordinierte Meldungen)
  • Automatisierte Zusammenstellung der Transparenzberichte aus den Moderationsdaten

Wie wir bei der DSA-Umsetzung unterstützen

Wir ordnen deinen Dienst ein, prüfen bestehende Prozesse und Texte gegen die Pflichten und gestalten Melde-, Begründungs- und Beschwerdeprozesse so, dass sie im Alltag funktionieren — inklusive der KI-gestützten Schritte und ihrer Dokumentation. Rechtliche Bewertungen erfolgen in Zusammenarbeit mit deiner Kanzlei; wir liefern die prozessuale und technische Umsetzung.

privacy first ai

DSA und AI Act zusammen denken

Wer Inhalte KI-gestützt moderiert oder Nutzer mit KI-Systemen interagieren lässt, berührt beide Regelwerke: Transparenzpflichten des DSA und Kennzeichnungs- und Kompetenzpflichten des EU AI Act. Wir setzen beides in einem Prozess um.

Einordnung

Dienstkategorie nach DSA und Risikoklasse nach AI Act je Funktion — dokumentiert und begründet.

Prozesse

Melde-, Begründungs- und Beschwerdeverfahren mit klaren Rollen, Fristen und Protokollierung.

Transparenz

Offenlegung automatisierter Verfahren in Nutzungsbedingungen, Kennzeichnungen und Berichten.

ablauf

So läuft die DSA-Umsetzung

Vier Schritte von der Einordnung zum laufenden Betrieb.

  1. Schritt 1: Einordnung & Gap-Analyse

    Kategorisierung des Dienstes, Abgleich bestehender Prozesse und Texte mit den Pflichten.

  2. Schritt 2: Prozessdesign

    Gestaltung von Kontaktstellen, Melde- und Beschwerdeverfahren, Begründungsvorlagen und Berichtsstruktur.

  3. Schritt 3: Umsetzung mit KI

    Einführung der Werkzeuge für Vorklassifikation, Begründungen und Berichte — mit Human in the Loop.

  4. Schritt 4: Betrieb & Berichte

    Regelbetrieb, Kennzahlen, Erstellung der Transparenzberichte, Anpassung bei neuen Leitlinien.

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